Neubau der Landesfinanzschule und der Justizvollzugsschule NRW in Wuppertal: effiziente Technik und Nachhaltigkeit machen Schule.

Baumaßnahme
Durch den gemeinsamen Neubau der Landesfinanz- und der Justizvollzugsschule entsteht auf einem früheren Kasernengelände in Wuppertal eine moderne Schulungseinrichtung für den öffentlichen Dienst in NRW. Die Architektur verbindet hohen Nutzwert und lockere Campus-Atmosphäre mit höchster technischer Effizienz und Nachhaltigkeit.

Aufgabenstellung
Die Landesfinanzschule (LFS) ist die zentrale Ausbildungsstelle für junge Steuerbeamte des mittleren Dienstes der nordrhein-westfälischen Finanzverwaltung. An der Justizvollzugsschule (JVS) werden Beamtenanwärter für ihren Einsatz in den Justizvollzugsanstalten des Landes NRW ausgebildet.

Die Neubauten ersetzen die bisherigen getrennten Standorte der Schulen, die aufgrund ihrer Kapazitäten und ihrer nicht mehr zeitgemäßen Ausstattung für eine Sanierung nicht geeignet waren. Gleichzeitig schafft die Neuplanung die baulichen und technischen Voraussetzungen zur Nutzung umfassender Synergien sowie für einen nachhaltigen, kosteneffizienten Betrieb.
Neben den jeweils viergeschossigen Schulgebäuden entstehen zeitgemäß ausgestattete Wohntrakte mit 260 (LFS) und 180 (JVS) Einzelzimmern sowie behindertengerecht ausgerüsteten Einzelzimmern. Alle verfügen über eigene sanitäre Einrichtungen und sind auch für einen längeren Aufenthalt während der Ausbildungsphasen geeignet. Hinzu kommen eine gemeinsam genutzte moderne Sporthalle, eine Mensa für rund 800 Besucher und zentrale Versorgungseinrichtungen.

Projektbeschreibung
Die Auslegung der gesamten Technik und der Gebäudeplanung ist auf eine sehr lange Amortisationsdauer von 25 Jahren ausgelegt. Dies ermöglicht den Einbau von aufwendigeren, aber langfristig kostensparenden Systemen.

Ein Beispiel ist das elektronische Zugangskartensystem, das als Zimmerschlüssel dient und die Stromversorgung der Zimmer steuert. Zugleich dient es als bargeldloses Zahlungssystem für die Mensa. Verlässt ein Gast sein Zimmer, wird der Strom abgeschaltet und die Heizung gedrosselt. So ergeben sich, trotz höherer Anfangsinvestitionen, langfristig große Einsparpotenziale.
Ergänzend hat intecplan den Einsatz von Solarthermieanlagen geprüft. Im Ergebnis zeigte sich, dass diese im konkreten Fall nicht wirtschaftlich sein würden. Die Gründe dafür liegen in den besonderen Nutzungsumständen, den hohen Investitionskosten und der langen Amortisationszeit von über 30 Jahren. Als ebenso umweltfreundliche Alternative wurde daher ein Fernwärmeanschluss für Warmwasser und die Beheizung favorisiert.

Neben der technischen Gesamtplanung hat intecplan ein nachhaltiges Betreiberkonzept entwickelt. Eckpunkte des Konzepts sind die Optimierung der Beschaffung von Verbrauchsmaterialien, das Schadensmanagement, Wartungsaufgaben sowie die wirtschaftliche und umweltgerechte Ver- und Entsorgung.

Projektdaten:

intecplan-Leistungen: Gesamtplanung und Bauüberwachung der Technischen Gebäudeausrüstung

Bauherr: Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW)

Architekt: Prof. Bernhard Winking Architekten BDA, Hamburg

Planungsbeginn: Oktober 2009

Planungsende: 2012

Herstellkosten TGA: 7,5 Mio. Euro

Sanitär: Trinkwarmwassererwärmung über heizwasserversorgte WW-Speicher mit außen liegendem Wärmetauscher (Speicherladesystem).

Heizung: Anschluss an die Fernwärmeversorgung der Wuppertaler Stadtwerke. Wärmedämmung nach aktuellsten Standards; außen liegender Sonnenschutz.

Raumlufttechnik: mit einer Kälteanlage verbundene RLT-Anlagen im Mensagebäude und im Küchenbereich nach VDI 2052. Abluftanlage für Bäder der Einzelzimmer nach DIN 18017 mit Einzellüfter sowie Dachlüfter für innen liegende WC-Bereiche.

Elektro: Stromversorgung über eine Mittelspannungs-Trafo-Station zur Niederspannungs-Versorgung der Gebäudehauptverteiler. Tageslicht- und präsenzabhängige Beleuchtung der Klassenräume, der Sporthalle und der allgemeinen Bereiche zur Stromeinsparung.

Gebäudeautomation: separate Steuer- und Schalteinrichtungen mit akustischer Alarmierung und Einzelstörmeldung. Getrennte Verbrauchskostenabrechnung für Trinkwasser und Fernwärme für alle Wohngebäude sowie Küche und Mensa, Sporthalle und Hausmeisterwohnung.

Sicherheit: Kartenlesesystem für die einzelnen Gebäudeteile und Zimmer zur wirtschaftlichen und sicheren Verwaltung der Zugänge.