RheinEnergie AG, Köln: nachhaltiger und effizienter Raum für Menschen mit Energie.

Baumaßnahme

Der geschwungene Neubau fügt sich harmonisch in die Landschaft am Kölner Parkgürtel ein. Er zählt mit seiner durchdachten, energiesparenden Technischen Gebäudeausrüstung zu den umweltfreundlichsten Verwaltungsbauten in Deutschland.

Aufgabenstellung

Auf ihrem Betriebsgelände am Parkgürtel in Köln errichtet die RheinEnergie AG ein neues Verwaltungsgebäude. Die harmonisch geschwungene Form der Gebäude steht für Energiefluss und Dynamik. Beide Elemente finden sich auch als Konzept in einer flexiblen und anpassungsfähigen Raumgestaltung wieder. Zugleich soll ein Gebäude entstehen, das in seinem gesamten Lebenszyklus höchsten ökologischen Ansprüchen gerecht wird.

Mit seinem anspruchsvollen Gebäudekonzept, das auf der Verwendung modernster Technologien zur Energieeinsparung und Nutzung regenerativer Energien beruht, setzt die RheinEnergie AG ein sichtbares Zeichen als umweltfreundliches und ökologisch orientiertes Unternehmen. Das Prinzip des nachhaltigen Bauens setzt sich in der Verwendung schadstofffreier und recyclingfähiger Materialien sowie energiesparend hergestellter Baustoffe fort.

Der Neubau bietet Raum für ca. 2.000 Arbeitsplätze, ein Kundenzentrum, Besprechungs- und Konferenzräume, ein Betriebsrestaurant und eine Kindertagesstätte sowie einen Fitnessbereich. Trotz einer Bruttogeschossfläche von rund 57.700 qm wartet das Gebäude mit extrem niedrigen Energieverbrauchswerten auf. Modernste Technologien sorgen dafür, dass Energie so sparsam und effizient wie möglich eingesetzt wird. Der Neubau wird einen Grenzwert des spezifischen Gesamt-Primärenergiebedarfs nach der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) von 100 kWh/m² pro Jahr nicht überschreiten.

Projektbeschreibung

Den größten Anteil an der Wärmeversorgung hat mit rund 90 Prozent des Bedarfs eine Wärmepumpenanlage mit geothermischer Nutzung. Weitere 5 Prozent deckt das Wärmenetz der RheinEnergie AG, die restlichen etwa 5 Prozent erzeugt eine solarthermische Anlage. 75 Prozent der Wärme werden über die Lüftungsanlagen zurückgewonnen.

Energiesparende Deckenheizflächen sorgen für ein behagliches Raumklima. Mit etwa 29 bis 35 Grad Celsius erlauben sie sehr niedrige Systemtemperaturen. Zur Drosselung des Energieverbrauches werden alle Heizflächen mit elektrothermisch gesteuerten Regulierventilen ausgestattet. Zur Lüftung der Gebäude werden RLT-Anlagen eingesetzt, die die Einhaltung der aktuellsten Energieeffizienz- und Behaglichkeitskriterien ermöglichen. Darüber hinaus tragen eine Wärmerückgewinnungsanlage sowie adiabatische Kühlung der Außenluft im Sommer zur Energieeinsparung bei.

Freie Kühlung mit geothermischer Nutzung über die Brunnenanlage gewährleistet zu rund 60 Prozent die Kälteversorgung. Weitere 20 Prozent steuern Systeme zur adiabatischen Kühlung der RLT-Außenluft und wassergekühlte Kaltwassererzeuger bei. Hinzu kommen fünf Prozent freie Kühlung über Kühltürme im Winterbetrieb. Deckenkühlflächen sorgen für eine energiesparende Raumkühlung. Dadurch können die Systemtemperaturen des Kaltwassernetzes auf sehr hohe 16 bis 19 Grad Celsius eingestellt werden, womit eine besonders hohe Jahresleistungszahl erreicht wird. Die zur Trinkwarmwassererwärmung für die Küchen benötigte Energie wird zu rund 50 Prozent über eine solarthermische Anlage gewonnen. Der Bedarf an Frischwasser zur Bewässerung der Außenanlagen und Nachspeisung des Teiches wird durch eine Regenwassernutzungsanlage reduziert.

Ein 10-kV-Mittelspannungsnetz der RheinEnergie AG wird zur Stromversorgung genutzt. Um eine bereichsweise Verbrauchserfassung der Beleuchtungsenergie zu ermöglichen, erhalten die Elektro-Unterverteilungen interne digitale Zähler, die über eine Busleitung auf die zentrale Leittechnik zur Datenerfassung aufgeschaltet werden. An den Arbeitsplätzen kommen moderne Stehleuchten zum Einsatz, die mit der neuesten Technologie wie LED-Leuchtmitteln ausgestattet werden. Zur Stromeinsparung tragen auch die Aufzugsanlagen bei: Die neuartige Technologie kann die bei Leer- oder Abwärtsfahrten erzeugte Energie umwandeln und in das hausinterne Netz einspeisen. Unter bestimmten Lastzuständen sind so Einsparungen bis zu 75 Prozent im Vergleich zu konventionellen Lift-Antrieben möglich.

Alle Gebäude erhalten ein übergeordnetes Energie-Management-System (GLT). Sämtliche Bauteile der TGA sowie alle Funktionen der MSR-Einrichtungen, Meldungen von Funktionsstörungen und die Übertragung der Impulse von den Verbrauchszählern sind zur GLT aufgeschaltet. Damit der geforderte Grenzwert im Rahmen der angestrebten DGNB-Zertifizierung auch jährlich dokumentiert werden kann, wird ein automatisches Energieverbrauchs-Monitoring installiert.

Besonderheit

Maximale CO2-Minimierung durch regenerative Energiequellen. 

Das neue Verwaltungsgebäude der RheinEnergie AG hebt sich vor allem durch die umfassende Verwendung von regenerativen Energien für die Wärme- und Kälteversorgung von vergleichbaren Objekten ab. Dadurch wird der Verbrauch von Strom und Erdgas erheblich reduziert, wodurch der CO2-Ausstoß deutlich gemindert wird. Die benötigte Kälte- und Wärmeenergie der Hauptgebäude stammt zu 95 Prozent, die der Kälteenergie zu 85 Prozent aus umweltfreundlichen und klimaschonenden Quellen. Im Mittelpunkt des „Green-Building“-Konzepts steht eine der größten Geothermieanlagen Deutschlands: Die mit 6 Entnahme- und Schluckbrunnen ausgestattete Anlage deckt den größten Teil des Energiebedarfs des Verwaltungsgebäudes aus erneuerbaren Quellen ab. Auf diese Weise setzt die neue Hauptverwaltung des Kölner Energieversorgers Maßstäbe in Bezug auf einen nachhaltigen und umweltfreundlichen Betrieb.

Projektdaten:

Planungsbeginn: 2008

Fertigstellung:
1. Bauabschnitt: 2015
2. Bauabschnitt: 2018

Herstellkosten TGA:
ca. 50 Mio. Euro

Sanitär: Trinkwarmwassererwärmung zu 50 Prozent über solarthermische Anlage.

Heizung: ca. 90 Prozent über Geothermie, ca. 5 Prozent über das Wärmenetz der Rhein Energie AG und ca. 5 Prozent über Solarthermie. Einsatz von Deckenheizflächen mit sehr niedrigen Systemtemperaturen.

Raumlufttechnik: RLT-Geräte mit höchster Effizienzklasse, Temperatur- und CO2-Regelung, 75 Prozent Wärmerückgewinnung in den Lüftungsanlagen.

Elektro: Büroarbeitsplätze mit tageslicht- und präsenzabhängigen Stehleuchten. Einsatz von LED-Leuchtmitteln.

Kälte: etwa 60 Prozent über Kühlung mit Geothermie (Brunnenanlage), ca. 20 % über adiabatische Kühlung der RLT-Außenluft, 20 % über hocheffiziente Kältemaschinen.

Förderanlagen: Regenerative elektrische Antriebe speisen nicht benötigte Energie in das hausinterne Stromnetz ein.

Gebäudeautomation: übergeordnetes Energie-Management-System (GLT) höchster Effizienzklasse zur automatischen Regelung, Steuerung, zentralen Bedienung und Überwachung aller betriebstechnischen Anlagen.

Auszeichnung